Wie viel Lagerfläche brauche ich? So ermitteln Sie den Flächenbedarf für Ihre Halle
Für eine Hallensuche brauchen Sie eine Quadratmeterzahl. Belastbar ist sie nur, wenn Sie wissen, woraus sie sich ergibt: aus Warenbestand, Lagerart, Wegen und Flächen, auf denen nichts gelagert wird, die der Betrieb aber braucht. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Lagerfläche berechnen — ohne Faustformeln, dafür mit den Fragen, die Sie intern und mit Fachplanern klären sollten.
Von Tolga Eroglu, Inhaber von TOLERO International, Makler für Industrie- und Logistikimmobilien in Solingen · Stand:
Vom Palettenstellplatz zur Hallenfläche: die Rechenlogik.
Rechnen Sie von der Ware zur Halle, nicht umgekehrt. Ausgangspunkt ist die Ladeeinheit.
Ladeeinheit festlegen
Die Europalette misst 1.200 × 800 Millimeter, die Industriepalette 1.200 × 1.000 Millimeter; hinzu kommen Gitterboxen, Behälter oder Langgut. Notieren Sie je Einheit Grundmaß, Überstand der Ware, Höhe und Gewicht.
Bestand bestimmen
Ermitteln Sie Normal- und Spitzenbestand; der Jahresdurchschnitt allein reicht nicht. Zählen Sie Ladeeinheiten je Artikelgruppe: Wenige Artikel in großen Mengen lagern anders als viele Artikel mit je einer Palette.
Stellplätze ableiten
Aus Bestand und Lagerart ergibt sich die Zahl der Stellplätze. Ein rechnerisch voll belegtes Lager ist nicht arbeitsfähig; wie viel Puffer Sie vorsehen, hängt von Umschlag und Sortimentswechseln ab.
Funktionsflächen addieren
Gänge, Wareneingang, Kommissionierung, Versand, Büro und Technik gehören zum Flächenbedarf, obwohl dort nichts eingelagert wird. Die Gänge richten sich nach dem Staplertyp, die übrigen Flächen nach Durchsatz und Personal.
Fläche, Höhe und Last zusammenführen
Erst am Schluss wird aus Stellplätzen eine Hallengröße. Das Ergebnis ist ein Paar aus Grundfläche und lichter Höhe, ergänzt um die nötige Bodenbelastung.
Was Sie so ermitteln, ist die Nutzfläche. In einem Exposé kann auch die Mietfläche oder die Bruttogrundfläche stehen — prüfen Sie bei jedem Angebot, welcher Wert gemeint ist (Nutzfläche, Mietfläche).
Diese Seite beschreibt eine Methode, keine Lagerplanung und keine Rechtsberatung. Das Regallayout erstellt der Regalhersteller oder ein Lagerplaner, das Brandschutzkonzept ein Brandschutzfachplaner. Für den Arbeitsschutz ist der Arbeitgeber verantwortlich, beraten von der Fachkraft für Arbeitssicherheit. Über Genehmigungen entscheiden die Behörden, Vertragsfragen klärt Ihr Anwalt.
Blocklager, Regallager, Hochregal.
Die Lagerart bestimmt, wie viel Grundfläche eine Palette beansprucht, welche Hallenhöhe nötig ist und was der Boden tragen muss. Sie folgt aus Ihrer Ware: stapelbar oder nicht, wenige oder viele Artikel, feste Auslagerreihenfolge oder freier Zugriff.
Lagerarten sind kombinierbar; rechnen Sie dann jede Zone für sich. Ein Hochregallager ist in einer niedrigen Bestandshalle nicht nachrüstbar — wer es plant, sucht von Anfang an nach der passenden Höhe.
Gänge, Staplertyp und Bewegungsflächen.
Zwischen den Regalen liegt Fläche, die in einer ersten Schätzung leicht fehlt: die Gänge. Ihre Breite bestimmt das Gerät, das darin fährt.
Ein Frontstapler mit Gegengewicht braucht Platz zum Wenden, ein Schubmaststapler kommt mit schmaleren Gängen aus, ein Schmalgangstapler mit noch schmaleren. Er fährt dort zwangsgeführt und verlangt einen besonders ebenen Boden (Bodenebenheit). Die Arbeitsgangbreite steht im Datenblatt des Herstellers, bezogen auf Ihre Ladeeinheit.
Hinzu kommen Quergänge, Fußwege sowie Flucht- und Rettungswege. Anforderungen an ihre Breite enthalten die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A1.8 (Verkehrswege) und ASR A2.3 (Fluchtwege und Notausgänge) sowie die DGUV Regel 108-007 zu Lagereinrichtungen und -geräten; für Fluchtwege sind zudem Baugenehmigung und Brandschutzkonzept maßgeblich.
In einer bestehenden Halle müssen sich Regalzeilen und Gänge zudem in das Stützenraster fügen (Bindersprung). Passt das Raster nicht, geht Fläche verloren, die im Exposé mitgezählt sein kann. Legen Sie den Staplertyp fest, bevor Sie Flächen vergleichen.
Wareneingang, Kommissionierung, Versand, Büro und Sozialräume.
Die Flächen für den Warenfluss richten sich nach dem Durchsatz in der Spitzenstunde, nicht nach dem Bestand. Betriebe mit gleichem Bestand können deshalb sehr unterschiedliche Hallen brauchen.
Anforderungen an Sanitär- und Pausenräume enthalten die ASR A4.1 und ASR A4.2. Eine Zwischenbühne kann Kommissionierung oder Büro aufnehmen, kostet aber lichte Höhe, braucht einen statischen Nachweis und kann eine Baugenehmigung erfordern — das klärt die Bauaufsicht.
Höhe statt Fläche: wann die lichte Höhe Quadratmeter ersetzt.
Im Regallager wächst die Kapazität nach oben: Jede weitere Ebene schafft Stellplätze ohne zusätzliche Grundfläche. Eine höhere Halle kann so Grundfläche ersetzen — sofern Ware, Technik und Gebäude die Höhe nutzbar machen.
Maßgeblich ist die lichte Höhe unter dem Binder, nicht unter dem Dach. Nutzbar ist davon weniger: Über der obersten Ladeeinheit braucht es Freiraum, dazu Abstand zu Sprinklern und Leuchten. Die mögliche Regalhöhe berechnet der Regalhersteller.
Ware und Regaltechnik
Im Blocklager nutzt nur stapelbare Ware die Höhe. Sonst braucht es Regale und einen Stapler, der die oberste Ebene sicher erreicht.
Brandschutz
Mit der Lagerhöhe steigen die Anforderungen. Ob eine Sprinkleranlage nötig ist, hängt unter anderem von Lagergut, Lagerhöhe und Brandabschnitt ab — das beurteilen Brandschutzfachplaner und Bauaufsicht; auch der Sachversicherer kann eigene Anforderungen stellen.
Boden
Mehr Ebenen bedeuten mehr Last je Regalfuß. Höhe ohne ausreichend tragfähigen Boden bleibt ungenutzt.
Legen Sie für die Suche Varianten fest — eine niedrigere Halle mit mehr Grundfläche oder eine höhere mit weniger. So bleiben Objekte im Blick, die bei einer starren Quadratmeterzahl herausfielen.
Bodenbelastung: Flächenlast und Punktlast.
Was der Hallenboden trägt, entscheidet, ob Ihr Lagerkonzept umsetzbar ist. Zu unterscheiden sind Flächenlast, Punktlast und Radlast.
Die Lasten je Regalfuß errechnet der Regalhersteller aus Ihren Daten: Gewicht je Ladeeinheit, Stapelhöhe, Zahl der Regalebenen. Die Radlasten im beladenen Zustand nennt der Staplerhersteller.
Die zulässigen Werte der Halle ergeben sich aus Statik und Bauakte, bei älteren Böden unter Umständen erst aus einem Gutachten. Eine Zahl im Exposé ist ein Hinweis, kein Nachweis: Fragen Sie, woher sie stammt und ob sie auch für Punktlasten gilt. Achten Sie bei der Besichtigung auf Fugen, Risse und Setzungen.
Ob Ihre Regalanlage und Ihre Stapler auf einem bestimmten Boden zulässig sind, lässt sich nur mit den konkreten Lasten und den Bauunterlagen beurteilen. Für die Statik ist ein Tragwerksplaner zuständig. Wir fragen die vorhandenen Angaben beim Eigentümer ab, bewerten sie aber nicht.
Wachstumsreserve und Saisonspitzen.
Ein Mietvertrag mit fester Laufzeit bindet Sie grundsätzlich für diese Zeit. Planen Sie den Bedarf für die gesamte Dauer: Wie entwickeln sich Bestand, Artikelzahl und Durchsatz? Kommen Sortimente oder Vertriebswege hinzu?
Ob Sie für die Spitze oder den Normalbetrieb planen, ist eine unternehmerische Entscheidung. Was für Optionen und Untervermietung gilt, ergibt sich aus Mietvertrag und Gesetz; lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift anwaltlich prüfen.
Außenflächen, Lkw-Stellplätze, Rangierfläche.
Ein Teil des Flächenbedarfs liegt vor der Halle. Ob sich die Außenfläche später erweitern lässt, hängt vom Grundstück und von der Genehmigungslage ab. Nehmen Sie den Außenflächenbedarf deshalb von Anfang an ins Profil auf.
Tore
Wie viele Lkw werden in der Spitzenstunde gleichzeitig be- oder entladen, und wie lange dauert ein Vorgang? Daraus folgt die Zahl der Rampentore; ebenerdige Tore brauchen Sie für Transporter und Stapler.
Rangierfläche
Sattelzüge müssen wenden, zurücksetzen und gerade an das Tor fahren können. Entscheidend sind Rangierfläche und Andienungstiefe, nicht die Toranzahl allein.
Stellplätze
Wechselbrücken, Auflieger und wartende Lkw brauchen Platz außerhalb der Fahrwege, Beschäftigte und Besucher Pkw-Stellplätze. Wie viele Lkw-Stellplätze zulässig sind, klärt die Bauaufsicht anhand von Baugenehmigung und Bebauungsplan.
Außenlager
Container, Leergut, Baustoffe. Ob auf einer Freifläche dauerhaft gelagert werden darf, hängt von Genehmigungslage und Lagergut ab. Verbindlich klären das die Bauaufsicht und, je nach Lagergut, weitere Behörden wie die Wasser- oder Immissionsschutzbehörde.
Ein Zeitfenstermanagement kann Wartezeiten verkürzen, gleicht aber eine zu knappe Rangierfläche nicht aus.
Aus dem Ergebnis ein Suchprofil machen.
Am Ende der Rechnung steht kein einzelner Wert, sondern ein Anforderungsprofil. Trennen Sie darin, was zwingend ist, von dem, was wünschenswert ist — und geben Sie Spannen statt Punktwerte an.
Jedes zwingende Kriterium verkleinert die Auswahl. Das ist richtig, wenn der Betrieb darauf angewiesen ist, und ein Fehler, wenn nur Gewohnheit dahintersteht.
Mit einem solchen Profil können wir gezielt suchen: Wir gleichen Angebote mit Ihren Anforderungen ab, sprechen Eigentümer passender Hallen an — Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen, weitere Regionen auf Anfrage — und fragen die technischen Angaben vor einer Besichtigung beim Eigentümer ab.
Suchauftrag starten → Lagerhalle mieten → Logistikhalle mieten →
Fragen zum Flächenbedarf.
Wie viele Quadratmeter Halle brauche ich pro Palette?
Dafür gibt es keinen festen Wert. Die Europalette ist genormt, der Hallenbedarf je Palette nicht: Er hängt von Stapelhöhe oder Regalebenen, von der Gangbreite für Ihren Stapler und von den Funktionsflächen ab. Rechnen Sie deshalb vom Bestand über die Stellplätze zur Fläche.
Gibt es eine Faustformel für den Flächenbedarf eines Lagers?
Pauschale Zuschläge für Gänge oder Nebenflächen gibt es, sie beruhen aber auf Annahmen über Lagerart, Stapler und Durchsatz. Passen diese nicht zu Ihrem Betrieb, kann das Ergebnis falsch sein, ohne dass man es der Zahl ansieht. Belastbar wird der Bedarf erst durch ein Layout aus Ihren eigenen Daten.
Welche Bodenbelastung braucht eine Lagerhalle?
Das ergibt sich aus Ihrem Lagerkonzept: Gewicht der Ladeeinheiten, Stapelhöhe, Zahl der Regalebenen und eingesetzte Stapler. Der Regalhersteller errechnet die Lasten je Regalfuß, der Staplerhersteller nennt die Radlasten. Ob der Boden einer bestimmten Halle sie aufnehmen kann, lässt sich anhand von Statik und Bauakte beurteilen, bei älteren Böden unter Umständen erst mit einem Gutachten. Für die Statik ist ein Tragwerksplaner zuständig.
Welche lichte Höhe brauche ich für ein Regallager?
Sie folgt aus der Zahl der Regalebenen, der Höhe Ihrer Ladeeinheiten und dem Freiraum zum Ein- und Auslagern; hinzu kommen Abstände zu Sprinklern und Leuchten. Den genauen Wert ermittelt der Regalhersteller. Fragen Sie bei jeder Halle nach der lichten Höhe unter dem Binder, nicht unter dem Dach.
Was kostet Ihre Unterstützung bei der Flächensuche?
Die Provision richtet sich nach unseren AGB.
TOLERO International ist ein inhabergeführter Makler für Lager- und Logistikhallen mit Sitz in Solingen und hat die Erlaubnis nach § 34c GewO. Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen, weitere Regionen in Deutschland auf Anfrage. Siehe auch: Was kostet eine Lagerhalle in NRW? · Hallen-Glossar.
Aus Ihrem Flächenbedarf wird ein Suchauftrag.
Senden Sie uns Ihr Profil mit Fläche, Höhe, Bodenbelastung, Andienung, Region und Zeitpunkt. Wir melden uns mit einer ersten Einordnung.